Unsere Musik

 

Der Begriff "Blasmusik" weckt bei vielen unweigerlich Assoziationen an eine alpenländische Landschaft und in Trachten gekleidete Musikanten. Dabei hat das Kulturgut Blasmusik besonders in unserer rheinischen Region und im angrenzenden flämisch-niederländischen Kulturraum eine lange und durchaus beachtliche eigene Tradition.

Bereits seit dem Jahr 1695 unterhielt die Stadt Köln eine eigene städtische Musikkapelle, die ausschließlich mit Blasmusikinstrumenten besetzt war. Wurde diese Form der Musik zunächst noch von der in Köln omnipräsenten Kirchenmusik geprägt, so entwickelte sich in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts eine eigene, typisch kölnische Musikrichtung, welche ihren Ursprung im Kölner Karneval hatte.

Zunächst waren es die preußischen Militärkapellmeister, welche mit selbstkomponierten Büttenmärschen und ersten Gassenhauern eine eigenständige Form der kölschen Karnevalsmusik entwickelten. Ihnen folgten zum Beginn des 20. Jahrhunderts die Kapellmeister der Kölner Zivilkapellen, allen voran Fritz Hannemann, der auch den Grundstein für das heute bestehende Notenarchiv der Stadtkapelle legte. In den folgenden Jahrzehnten entwickelten zahlreiche Krätzchensänger und sogenannte Dichterkomponisten diese Form des kölschen Liedes immer weiter. Dies setzte sich bis zu den Werken von Hans Knipp fort, dessen Lieder vor allem von den "Bläck Fööss" vorgetragen wurden. 

Die Interpretation dieser Musik durch eine Blasmusikkapelle gibt ihr nicht nur die typisch volkstümliche Note, welche bei vielen Kompositionen von vornherein gewünscht war. Ein Vortrag dieser Musik durch Blasinstrumente erzeugt auch mehr Wärme und Kraft. Dadurch werden Seele und Gemüt des Publikums einfacher erreicht und die ursprüngliche Intention des Textes noch verstärkt. Daher eignete sich die kölsche Musik schon immer besonders für einen Vortrag durch Blasmusik. Entsprechend war die Begleitung der Sänger durch eine Musikkapelle bis in die 1970er Jahre, besonders während der Karnevalssitzungen, eine weit verbreitete Aufführungsform.

Die Stadtkapelle Köln spielt ein betont "klassisches" Repertoire an kölnischer Musik und Musik des Kölner Karnevals. Jedoch nicht nur reine Karnevalsmusik! Viele Werke der Kölner Komponisten und Lieddichter haben inhaltlich überhaupt keinen direkten Bezug zum Karneval, sondern es sind aus dem Leben gegriffene Alltagsgeschichten und Milieubeschreibungen. Es handelt sich also in weiten Teilen weniger um reine Karnevalsmusik, sondern vielmehr um kölnische Volksmusik, im wahrsten Sinne des Wortes. Daher wird diese Musik von uns das ganze Jahr über gespielt, aber natürlich auch und besonders im Kölner Karneval.

Im Notenarchiv der Stadtkapelle befinden sich neben diesen Stücken auch noch hervorragende Märsche und Konzertwerke von Kölner Komponisten und Arrangeuren, insgesamt über 1.200 Werke, von denen im Folgenden einige exemplarisch aufgeführt sind:

 

  Reinhold Fellenberg (1848 - 1912)

  • Funken-Marsch (1890) Trio-Ergänzung

  • Kölner Funken-Artillerie-Marsch (1891)

 

  Robert Fensch (1868 - 1914)

  • Leibmarsch der Prinzen-Garde (1914)

 

  Fritz Hannemann (1868 - 1938)

  • Karnevalsklänge (1924) Konzertpotpourri

  • Rheinischer Sang (1926) Konzertpotpourri

  • Kölsche Mädcher, kölsche Junge (1927)

  • Karnevalsmarsch (1928)

  • Aus Winkeln und Gassen (1928) Konzertpotpourri

 

  Willi Ostermann (1876 - 1936) und Emil Palm (1890 - 1963)

  • Kinddauf-Fess unger Krahnebäume (1909)

  • Et Schmitze Billa (1910)

  • Kut erop! (1929)

  • Rheinlandmädel (1929)

  • Och wat wor dat fröher schön doch en Colonia (1930)

  • Einmal am Rhein (1930)

  • Die Mösch (1931)

  • Heimweh nach Köln (1936)

 

  Gerhard Ebeler (1877 - 1956) und Hans Otten (1905 - 1942)

  • Aber heut sind wir fidel (1928)

  • En d´r Höhnergass 204 (1930)

  • Du kannst nicht treu sein (1932)

 

  Heinrich Frantzen (1880 - 1953)

  • Fidele Altstädter (1924)

  • Der treue Husar (1925)

  • Heil der Zukunft (1925)

  • Trauermarsch der Roten Funken (1925)

  • Köln aus Rand und Band (1926) Konzertpotpourri

  • Jan von Werth Marsch (1927)

  • Colonia Alaaf Marsch (1928)

  • Ostermänner (1928) Konzertpotpourri

  • Trauermarsch der Ehrengarde der Stadt Köln (1930)

 

  Paul Mania (1883 - 1935)

  • Prinzen-Garde Marsch (1913)

 

  Otto Zeh (1898 - 1989)

  • Freundschaftsmarsch (1951)

  • Fanfaren der Freude (1953)

 

  Christian Reuter (1899 - 1970)

  • Ehrengarde Marsch (1929)

 

  Karl Berbuer (1900 - 1977)

  • Heidewitzka (1936)

  • Trizonesien-Lied (1948)

  • Un et Arnöldche fleut (1950)

 

  Jupp Schmitz (1901 - 1991)

  • Ming herrlich Kölle (1948)

  • Wer soll das bezahlen (1949)

  • Am Aschermittwoch (1953)

 

  Fritz Weber (1909 - 1984)

  • 1900 Johr (1950)

  • Der schmucke Prinz (1958)

  • Ich ben ene kölsche Jung (1963)

 

  Gerhard Jussenhoven (1911 - 2006)

  • Kornblumenblau (1937)

  • Die Hüssjer bunt om Aldermaat (1938)

  • Sag ens Blotwoosch (1948)

  • Dat Glockespill vum Rothuusturm (1954)

  • Man müsste nochmal 20 sein (1958)

 

  Toni Steingass (1921 - 1987)

  • Der schönste Platz (1950)

  • De Haupsach es, et Hätz es jot (1952)

 

  Günter Eilemann (1923 - 2015)

  • Vater ist der beste (1959)

  • Kamelle us Kölle (1983)

 

  Ludwig Sebus (geb. 1925)

  • Prinz, Bauer und Jungfrau (1971)

  • Et Rheinpanorama (1972)

 

  Hans Knipp (1946 - 2011)

  • Mer schenke der Ahl e paar Blömcher (1968)

  • Mer losse der Dom in Kölle (1973)

  • Dat Wasser vun Kölle (1983)

  • Unser Stammbaum (2000)

 

 

 

    

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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