Der Musikdirektor Fritz Hannemann gründete im Jahr 1893 in Köln eine professionelle Musikkapelle. Diese konnte sich als erste Zivilkapelle erfolgreich gegen die bis dahin dominierende Konkurrenz der in Köln stationierten preußischen Militärkapellen durchsetzen. In der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts entwickelte sich die Kapelle Fritz Hannemann schließlich zu Kölns populärster Musikkapelle.
Fritz Hannemann war zudem ein erfolgreicher Komponist. Ihm verdanken wir den beliebten Klassiker „Kölsche Mädcher, Kölsche Junge, sin dem Herrjott jod jelunge“, ebenso den „Karnevals-Marsch“ aus dem Jahr 1928, der bis heute zum Einzug des Kölner Dreigestirns gespielt wird. Außerdem gilt Fritz Hannemann als Erfinder der modernen, schlagfertigen Sitzungskapelle im Kölner Karneval. Das Festkomitee des Kölner Karnevals ernannte ihn daher zum Ehrenmitglied.
Auch nach seinem Tod führte die Kapelle den Namen ihres Gründers weiter. So waren es die „Hannemänner“, die im Herbst 1945, in der wohl dunkelsten Stunde unserer Heimatstadt, erneut die Kölsche Blasmusik zum Klingen brachten und gemeinsam mit den Roten Funken den Kölnern den Karneval zurückbrachten. Die von Fritz Hannemann begründete Tradition der Kölschen Blasmusik wurde danach von den Kölner Musikdirektoren Christian Reuter und Hans Bally bewahrt und fortgeführt.
Heute steht die Kapelle unter der Leitung von Stefan Alfter und Sven Christian Kinne. Beide setzen die Arbeit ihrer Vorgänger fort und präsentieren weiterhin die urtypische Kölsche Blasmusik, den klassischen Klang des Kölner Karnevals, gespielt nach den historischen Original-Notensätzen und aufgeführt von einer ursprünglichen Blasorchester-Besetzung im alten Kölner Stil.