Heinrich Frantzen -

Der Kölner Marsch-König

 

 

 

Der Komponist und Kapellmeister Heinrich Frantzen ist bis heute der unbestrittene Kölner Marsch-König. Er schuf eine ganze Reihe von großartigen Marsch-Kompositionen, allen voran den bekannten Kölner National-Marsch "Der treue Husar".

Frantzen war im Jahr 1880 in Köln zur Welt gekommen und entstammte einer äußerst musikalischen Familie. Sein Vater war Prokurist beim seinerzeit weltbekannten Klavierbau-Unternehmen Ibach, das in Köln eine Kunstschreinerei samt Verkaufslager unterhielt. Sein Urahn Michael Frantzen war bereits zur Mitte des 18. Jahrhunderts Musikmeister der alten Kölner Stadtkapelle gewesen. Mit gerade 16 Jahren spielte Heinrich Frantzen schon als Trompeter im Orchester des Kölner Scala Theaters. Nach einer Ausbildung am Kölner Konservatorium trat Frantzen als Militärmusiker in die Artillerie-Kapelle des "reitenden Mozart" Robert Fensch ein und erwarb sich dort einen hervorragenden Ruf als Piston-Virtuose. Auf Fenschs Empfehlung hin ergatterte Frantzen einen der wenigen und daher begehrten Plätze im Militärkapellmeisterkurs an der Hochschule für Musik in Berlin-Charlottenburg. Noch während des Studiums widmete er seinem Mentor, dem Armee-Musik-Inspizienten Prof. Theodor Grawert, einen erstklassigen Marsch mit dem Titel "Unsere Armeemusik". Etwas später folgte, in Erinnerung an Robert Fensch und seine berittene Artilleriekapelle, der grandiose Marsch "Forsche Reiter". 

 

 

 

 

Während des Ersten Weltkrieges diente Heinrich Frantzen als aktiver Militärkapellmeister und kehrte nach dem Krieg nach Köln zurück, wo er fortan als ziviler Kapellmeister, Komponist und Arrangeur wirkte. Bereits zur Kaiserzeit hatte er eine eigene Musikkapelle zusammengestellt, die unter dem selbstbewussten Namen "Kölner Elite-Blasorchester" auftrat. In den 1920er Jahren spielte er mit dieser Kapelle regelmäßig in den großen Kölner Unterhaltungslokalen Pschorrbräu und Burghof. Ebenso spielte seine Kapelle zu Konzerten in den vornehmen Kölner Gartenlokalen sowie in den Kursälen von Bad Godesberg, Bad Neuenahr und Bad Honnef, wobei seine meisterhaft vorgetragenen Piston-Soli stets der Höhepunkt der Veranstaltung waren.

 

 

Heinrich Frantzen und sein "Kölner Elite-Blasorchester", ca. 1928

 

 

Herausragend war Heinrich Frantzen als Komponist. Als solcher zeichnete er sich, neben seinen erstklassigen Märschen, auch für eine ganze Reihe ausgezeichneter Konzertwerke verantwortlich. Ihm gelang es, die beliebten Krätzchen und Gassenhauer der Kölner Karnevalssänger einzufangen und in hervorragenden Konzertpotpourris zu verarbeiten. Das bekannteste dieser Werke ist "Köln aus Rand und Band". Überaus beliebt waren auch seine "Ostermänner", in denen er die großen Klassiker des kölschen Dichterkomponisten Willi Ostermann zum Klingen brachte. Darüber hinaus komponierte Heinrich Frantzen Fantasien, Charakterstücke und eben seine zahlreichen bekannten Karnevals- und Konzertmärsche. Mitten im Karnevalsverbot widmete er im Jahr 1923 dem Festkomitee einen Festmarsch zum 100-jährigen Jubiläum des Kölner Karnevals mit dem fordernden Titel "Mer welle Fastelovend hann". Ein Jahr später, noch unter dem Eindruck von Besatzung und den Wirren der Inflation, erschien sein brillanter und vor Optimismus strotzender Konzertmarsch "Heil der Zukunft". In der Tradition von Petrowsky und Fellenberg widmete er der Großen Kölner Karnevalssgesellschaft in jedem Jahr einen neuen Büttenmarsch, wie etwa den "Colonia Alaaf-Marsch". Schließlich stammen auch viele Karnevalsschlager wie z.B. "Jung dat häst jot jemat!", "Jetz weed op die Trumm jeklopp" und "Mer rigge met däm Esel op d´r Drachefels" von Heinrich Frantzen. Als sein berühmtestes Werk gilt jedoch zweifelsohne der bis heute populärste Kölner Marsch aller Zeiten "Der treue Husar", den er dem gleichnamigen Husarenkorps gewidmet hatte. Gleichwohl stammen auch die Märsche des Altstädter-Korps "Fidele Altstädter" und der "Jan von Werth-Marsch" von Heinrich Frantzen, darüber hinaus auch die Büttenmärsche der Fidelen Burggrafen, der Großen Mülheimer KG, der Kölnischen KG und der Godesberger KG. Eine Perle der kölschen Blasmusik ist sein "Einzugsmarsch für den Prinzen Karneval", in dem er die beliebte Weise "Wo mag er sein?" verarbeitet hat.

 

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© Stadtkapelle Köln - Kölner Blasorchester 1893